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Notizzettel-Büroklammer-PR

"Leider haben Sie bisher alle meine Pressemitteilungen ignoriert und keine veröffentlicht ... Bitte veröffentlichen Sie wenigstens ein einziges Mal meine Pressemitteilung."

Eine E-Mail mit diesem Einleitungstext erreichte mich und mehrere verborgene Empfänger kürzlich. Meine Verwunderung können Sie sich vorstellen. Die E-Mail war weder persönlich adressiert, noch wurde Bezug genommen auf das Medium, für das die angesprochene Pressemitteilung gedacht war. Dazu kommt, dass ich Texterin bin - ein Ein-Frau-Unternehmen - und ich arbeite momentan gar keiner Redaktion zu. Zusammen mit dem vorwurfsvollen Ton dieser Bitte ist das ein Negativbeispiel dafür, wie PR höchstwahrscheinlich nicht funktionieren kann. Mir kam die E-Mail wie Spam vor. Das ist umso bedauerlicher als der Schreiber für eine Spendenaktion werben wollte (allerdings ohne Nennung der konkret begünstigten Hilfsorganisation - ein weiterer Fehler). Nachfolgend einige Tipps, wie PR funktionieren kann.

  

Bei PR glauben viele Menschen, dass es nur darum ginge, möglichst viele Medien anzuschreiben und in die Presse zu kommen. Dem ist nicht so. PR ist kurz für Public Relations, meint also die Beziehungen zwischen einem Unternehmen oder einer Initiative und der Öffentlichkeit. Wie gut funktionieren wohl Beziehungen, wenn nur einer redet bzw. mit der falschen Person.

Was für Pressemitteilungen gilt

  • Machen Sie sich deutlich, was Ihr Ziel ist bzw. was die Pressemitteilung bewirken soll. Werden Sie in Ihrem Text konkret z.B. Veranstaltungsort und Termin deutlich hervorheben, Spendenaktion für wen und auf welche Weise? Neues Produkt ab welchem konkretem Termin?
  • Beachten Sie gängige Gestaltungsregeln für Pressemitteilungen wie z.B. Beantwortung der vielen W-Fragen Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Womit? und was sonst noch zu Ihrem Thema wichtig ist, senden Sie eventuell ein professionelles Foto mit, das sich für eine Veröffentlichung eignet oder stellen Sie einen Download-Link zur Verfügung.
  • Suchen Sie sich Verlage und Medien aus, die regional oder thematisch zu Ihrem Anliegen passen. Erstellen Sie auf diese Weise mit jeder Aktion einen Verteiler für sich.
  • Kontaktieren Sie die Verlage und Medien vorab. Oft finden Sie geeignete Hinweise zu deren Themenplanung und Anforderungen für Pressmitteilungen auf deren Webseiten bzw. in deren Mediendaten. Fragen Sie nach dem passenden Ressort bzw. Redakteur für Ihr Thema. Vielleicht ergibt sich aus einem Telefonat heraus sogar Interesse für ein Interview. Vielleicht wird Ihnen aber auch mitgeteilt, dass die Redaktion keine Verwendung für Ihre Pressemitteilung hat. Es ist in jedem Fall besser, sich vorab zu informieren, als wahllos Redaktionen anzuschreiben bzw. unpassende E-Mail-Adressen zu verwenden.
  • Schreiben Sie schon in Ihrem E-Mail-Text an den Redakteur/die Redakteurin kurz und knapp, worum es überhaupt geht (und einen treffenden Betreff notieren). Dann ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass die Pressemitteilung im Anhang der Mail auch geöffnet wird.

Wie Sie Pressekontakte pflegen

Gute Pressekontakte sind das Ergebnis einer längeren Beziehung, die auf Geben und Nehmen gründet. Es fängt vielleicht bei der Webseite an, die Materialien wie Presseinformationen und Pressefotos zur Verfügung stellt und natürlich Ansprechpartner und Kontaktdetails nennt. So könnte man zumindest gefunden werden. Umgekehrt gehören auch Angebote von Seiten der Unternehmen, Vereine und Initativen an die Journalisten dazu: Interviews und Pressekonferenzen für regionale Zeitungen oder für die Fachpresse, regelmäßige Einladungen zu besonderen Anlässen, Tage der offenen Tür, Fachmessen, Informationen über aktuelle Entwicklungen und - ja, auch Personalia wie Verabschiedungen und Wechsel in den Führungsetagen. Wenn Sie bei Presseterminen anbieten, dass Redakteure auf Anfrage mit Geschäftsführern und Mitarbeitenden sprechen können, sorgt das ebenfalls für gute Beziehungen. Denn Redakteure machen sich gerne ihr eigenes Bild und schätzen den Originalton. Und: buchen Sie hin und wieder eine Anzeige in den relevanten Medien - Stichwort "Geben".

Wie Sie Social Media nutzen

Die Pressemitteilung ist ein wesentliches Element Ihrer Öffentlichkeitsarbeit, aber sie ist vor allem eine Ergänzung. Ihre Firma oder Initiative wird in der Öffentlichkeit auf vielfältige Weise wahrgenommen. Mit Plattformen wie Twitter, Facebook, Blogs und Communities sind heute soziale Medien entstanden, die eine direkte Kommunikation zwischen Nutzern ermöglichen. Und Kommunikation bedeutet immer Interaktion zwischen Sender und Empfänger. Für Unternehmen ergeben sich daher Chancen und Risiken. Wer Social Media nutzen möchte, sollte sich auf ein längerfristiges Engagement einstellen. Der Erfolg beruht gerade darauf, dass Beziehungen unmittelbar entstehen und teilweise sogar über längere Zeit gepflegt werden können. Wer Social Media hingegen nur für Werbung nutzen möchte, sollte es lieber bleiben lassen.

 

Text: Livia Grupp   Bild:  © picsfive www.fotolia.com

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