Das ist ein Satz.
Nackt und bloß. Schnörkellos.
Nur Subjekt, Verb, Objekt
verpackt darin. So nackt.

Aber das da!
Also, das ist schließlich
– ohne wenn und aber –
auch ein schöner, netter Satz,
Wort für Wort korrekt am Platz,
und sozusagen weitere Elemente,
mit Adjektiven und Adverbien
und Kommata und dies und das,
ganz nebensächliche Momente,
nebensätzeweise Nebelsätze
obendrein, die dich knebeln,
und auch wer mit Geduld
dies liest und nicht versteht,
ist selber schuld (wirklich?),
weil, wer am Ende nicht mehr weiß,
was der Satz zur Aussage bringt,
und wer alsobald um Fassung ringt,
fliegt aus dem Takt,
den ihm der Schreiber vorgegeben,
ganz nackt
bleibt er zurück
oder versucht erneut sein Glück,
und liest vom ersten Wort zum zweiten Wort
und so weiter und so fort,
und doch – vielleicht auch nicht,
denn Lesen muss sich lohnen
und darum sollst du Leser schonen:
Schreibe besser einen kurzen Satz.
Nackt und bloß. Schnörkellos.

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Wir sind mittlerweile beim neunten Wort im Projekt *.txt angelangt: nackt. Ich bin stolz, dass ich bisher zu jedem Wort etwas verfasst habe, und finde es spannend, wozu wir Mitwirkenden inspiriert werden. Bis Ende des Jahres werden es 17 Wörter sein, zu denen Beiträge ganz unterschiedlichster Art verfasst wurden.

Zum Einlesen:

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